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Postworkshop im Rahmen der 12. wissenschaftlichen Tagung der AVM

Datum/Ort: 2010-10-16 14:30 - 2010-10-17 13:00 Haus der Begegnung, Rennweg 12. 6020 Innsbruck, www.hausderbegegnung.com
Kontakt: Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation, Roswitha Gangl, 0662/88 41 66, www.tagung-avm.at

Das Trauern selbst ist keine „Krankheit“ oder psychische Störung, sondern ein natürlicher Vorgang, der neben großer Belastung auch positive Erfahrungen zulässt. In manchen Fällen ist es jedoch notwendig, Trauerreaktionen therapeutisch zu begleiten oder Folgen eines menschlichen Verlustes zu behandeln. Das Thema „Trauer“ ist stark von kulturellen Vorstellungen und weniger durch empirisch abgestütztes Wissen geprägt; der Kurs bezweckt unter anderem, den aktuellen Wissenstand zu vermitteln. Da für komplizierte Trauer noch keine Diagnosemöglichkeit besteht, wird auf die Kriterien einer komplizierten Trauer eingegangen. Daraus lassen sich therapeutische Vorgehensweisen herleiten. Ein wichtiges Ziel ist, die wichtigsten Befunde der Trauerforschung praxisnah zu vermitteln. Die vielen Facetten und Formen der menschlichen Trauer erlauben jedoch kein strikt manualisiertes therapeutisches Vorgehen. Es werden Modelle vorgestellt, die für die Therapie einer komplizierten Trauer hilfreich und nützlich sein können. Auf drei Aspekte, die in der Literatur bisweilen unzureichend behandelt werden, wird besonders eingegangen. Diese drei Aspekte der Trauer sind a) die Multidimensionalität der Trauer, b) die starke Prägung der individuell gefühlten Trauer durch kulturelle und soziale Bedingungen und c) die inhärente Adaptivität des Trauerns, welches zugleich Ausdruck des Schmerzes als auch der Anpassung und Weiterentwicklung ist. Aus dieser Betrachtungsweise folgt, dass eine Therapie einer schweren oder komplizierten Trauerreaktion notwendig individualisiert werden muss. Anhand von Fallbeispielen werden konkrete Vorgehensweisen gezeigt und geübt. Die Teilnehmer werden gebeten, aus ihrer Praxis Fallbeispiele mitzubringen.

Literaturempfehlung:
Stroebe, M. S., Stroebe, W., & Hansson, R. O. (Eds.). (1993). Handbook of Bereavement: Theory, Research, and Intervention. New York, NY: Cambridge University Press.
Wittkowski, J. (Ed.). (2003). Sterben, Tod und Trauer. Stuttgart: Kohlhammer.
Worden, J. William (2009). Grief Counselling and Grief Therapy. A Handbook for the Mental Health Practitioner (4.ed.). New York: Springer.
Znoj, H. J. (2004). Komplizierte Trauer. Leitfaden für Therapeuten. Göttingen: Hogrefe.


Prof. Dr. Hans-Jörg Znoj, Institut für Psychologie, Universität Bern, geb. 1957, Universitäts-assistent und später Assistenzprofessor an der Universität Bern, Forschungsaufenthalt an der University of California, San Francisco, seit 2006 a. o. Universitätsprofessor für Klinische Psychologie, Mitdirektor des Instituts für Psychologie, Forschungsprojekte im Bereich Trauer und Trauerverarbeitung, Umgang mit plötzlichem Kindstod, Emotionsregulation, psychotherapeutische Prozesse, Effektivität von Psychotherapie, „Verbitterung“, Positive Psychologie, psychologische Interventionen bei Krebserkrankungen, psychosomatisch hoch belasteten PatientInnen und infertilen Frauen

Für AusbildungsteilnehmerInnen: Anrechenbar für zwei Mal 5 AE Kleingruppe (=10 AE) zu den Themen Standardmethoden, Angst, Depression, Krisenintervention, Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen (jeweils und/oder)


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