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Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch (MUVS)

15.11.2018 18:00 - 15.11.2018 20:00 MUVS (1150 Wien, Mariahilfergürtel 37) - office@wissenschaftsgeschichte.ac.at

Das MUVS dokumentiert die Kulturgeschichte der Steuerung der Fruchtbarkeit mittels Verhütung
und Schwangerschaftsabbruch. Freud formulierte 1898 sinngemäß: Es wäre einer der größten Triumphe der Menschheit, Sexualität und Fortpflanzung zu trennen. Durchschnittlich 15 Schwangerschaften pro Frauenleben sind ‚natürlich‘, bzw. ‚naturgewollt’. Daraus ergeben sich rund zehn Geburten, die abhängig von Gesundheitszustand, Wohn- und Hygieneverhältnissen, Zugang zu sauberem Trinkwasser und energiereicher Nahrung etc. sind. Von den etwa 10 Geburten haben früher nur ca. sieben Kinder überlebt. Diese enorme Kinderzahl ist den meisten Menschen aus wirtschaftlichen, sozialen oder anderen Gründen aber zu hoch – damals wie heute. Die Geburtenkontrolle war und ist bei allen Generationen und auch bei den
meisten Kulturen daher ein zentrales Thema.
Aufgrund des mangelnden medizinischen Wissens war eine wirksame Verhütung früher allerdings
unmöglich. Erschwerend kam hinzu, dass der Staat und die Kirche auch die wenigen Methoden der Verhütung verboten, ebenso den Schwangerschaftsabbruch. Teilweise geschieht
das in den meisten Ländern der Welt noch immer (z.B. Irland, Polen, Indien usw.).
Heute haben wir in westlichen Ländern einen weitgehend selbstbestimmten Zu- und Umgang mit Sexualität und Reproduktion. Oftmals aber ist der Zugang zu Wissen über biologische Zusammenhänge und die Kenntnis sowie der Einsatz von wirksamen Verhütungsmethoden immer noch unzureichend, wie rund 35.000 Schwangerschaftsabbrüche pro Jahr allein in Österreich bestätigen. Den großen Bedarf an außerschulischer Aufklärung bestätigen rund
30.000 SchülerInnen, die seit Öffnung im März 2007 das MUVS zu interaktiven Führungen (Storytelling) besucht haben. Das MUVS sammelt, dokumentiert, erforscht, präsentiert und vermittelt diesen spannenden Teil der Kulturgeschichte mit der übergeordneten Vision des selbstbestimmten Handelns im Bereich der Sexualität, Fruchtbarkeit und Fortpflanzung.
Das MUVS wurde im Jahr 2003 von DDr. Christian Fiala (geb. 1959), Arzt für Allgemeinmedizin
und Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Berufserfahrung in Frankreich, Asien (Thailand), Afrika (Uganda, Tansania, Malawi) und Österreich gegründet. Über seine Beweggründe meint er: „Als Arzt kann ich nur eine begrenzte Anzahl von Menschen über ihre Fruchtbarkeit aufklären und wie sie damit bestmöglich umgehen. Als Wissenschaftler und Vortragender sind es schon mehr Menschen. Aber erst mit einem Museum gelingt es, das Wissen über verlässliche Verhütung und über einen medizinisch sicheren Schwangerschaftsabbruch in die ganze Welt hinauszutragen.“

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