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Ruth Beckermann – „Erinnerungspolitische Positionen“ (in der Reihe „Geh Denken!“)

16.01.2018 19:00 - 16.01.2018 21:00 Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien, www.depot.or.at - SYNEMA / Gesellschaft für Film und Medien, office@synema.at

Veranstaltung „Erinnerungspolitische Positionen“ in der Reihe „Geh Denken!“, in der Ruth Beckermann Zugänge ihrer künstlerischen Arbeit darlegen wird und dabei den Bogen auch bis zu ihrem neuen Projekt – dem Dokumentarfilm WALDHEIMS WAHRHEIT – spannt.

Durch Ruth Beckermanns temporäre Installation wurde 2015 das Mahnmal gegen Krieg und Faschismus von Alfred Hrdlicka neu kontextualisiert. Ausgehend von dieser Konfrontation präsentiert die Filmemacherin ihre Zugänge zu erinnerungspolitischer und künstlerischer Arbeit und spannt dabei den Bogen bis zu ihrem neuen Projekt, dem Dokumentarfilm WALDHEIMS WAHRHEIT.

In Kooperation mit dem Verein Gedenkdienst http://www.gedenkdienst.at

SYNEMA – Gesellschaft für Film und Medien ist eine vom Bundeskanzleramt Österreich Sektion Kunst und Kultur – Abteilung II/3: Film geförderte Institution.
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Anlässlich dieser Veranstaltung erlauben wir uns, Sie auf unsere Publikation hinzuweisen:
Ruth Beckermann arbeitet seit 40 Jahren als Dokumentarfilmerin. Aus durchaus persönlicher Sicht reflektiert sie in ihren Werken über Geschichte und Gegenwart wie auch über das ambivalente Verhältnis zwischen Österreichertum und Jüdischsein, vom ersten eigenen Regiefilm“Die papierene Brücke“ bis zuletzt dem Meisterwerk „Die Geträumten“. Was sie einmal über eine ihrer künstlerischen Wahlverwandten – Chantal Akerman – geschrieben hat, gilt programmatisch auch für Beckermann selbst: »Sie flüchtet sich nie in experimentelle Spielereien. Hinter ihren Filmen steht eine Autorin, welche das Bedürfnis hat, ihre Zeit auszudrücken.«

Die filmischen Formen, in denen sich ihre Politik der Bilder manifestiert, sind vielfältig, bewegen sich von „klassischen“ Zugängen über essayistische Zeit- und Raumteppiche bis hin zu künstlerischen Tigersprüngen, bei denen das Dokumentarische fließend ins Fiktionale übergeht.

Der Regisseurin sind geschlossene Erzählformen ebenso suspekt wie ein lineares Geschichtsbild. Ihre Filme erzählen von Arbeitskämpfen („Auf amol a Streik“), einer Reise in die Vergangenheit ihrer Familie und der Habsburger Monarchie („Die papierene Brücke“), von der Konfrontation der Kriegsgeneration mit den Verbrechen der Wehrmacht („Jenseits des Krieges“), von freiwilligen wie unfreiwilligen Reisebewegungen auf dem europäischen Kontinent („Those Who Go Those Who Stay“) oder zuletzt von der tiefgreifenden Liebesbeziehung zweier großer Dichter, Paul Celan und Ingeborg Bachmann, im Wien der Nachkriegszeit („Die Geträumten“).

Das vorliegende Buch stellt Ruth Beckermann und ihr vielfältiges Schaffen erstmals vor. Es versammelt Originalbeiträge von Bert Rebhandl, Ina Hartwig, Georg Stefan Troller, Olga Neuwirth, Christoph Ransmayr, Cristina Nord, Armin Thurnher, Christa Blümlinger, Jean Perret und Alice Leroy sowie seltene Fotos, Dokumente und eine kommentierte Filmografie. Eine Auswahl ihrer eigenen (Film-)Texte – z.B. über ihr aktuelles Projekt zum „Fall Kurt Waldheim“ – und ein ausführliches Gespräch der Herausgeber mit der Filmemacherin beschließen den Band.

Ruth Beckermann
Herausgegeben von Alexander Horwath und Michael Omasta

192 Seiten, 100 Fotos in Farbe und Schwarzweiß.
ISBN 978-3-901644-68-9. Band 29 der FilmmuseumSynemaPublikationen
Wien (SYNEMA-Publikationen). Preis: € 20.-

Wir freuen uns über Ihr Interesse und nehmen gerne Ihre Bestellungen entgegen unter: office@synema.at



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