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Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin

19.10.2017 18:00 - 19.10.2017 19:00 Archiv der Universität Wien, Postgasse 9, 1010 Wien - office@wissenschaftsgeschichte.ac.at

Nach kurzer Darstellung der medizinischen Disziplin „Geschichte der Medizin“, deren Begründung an der Universität Wien in der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte und zu Beginn und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts internationalen Ruf hatte, wird auf das Versäumnis bei der Verselbständigung bzw. Gründung der Medizinischen Universität Wien zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Fachdisziplin „Geschichte der Medizin“ zum Pflichtfach aufzuwerten hingewiesen. Gleichzeitig aber an den deutschen Universitäten das Fach „Geschichte der Medizin“ erweitert als „Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin“ als Pflicht- und Prüfungsfach für die ärztliche Ausbildung festgeschrieben wurde.
Im Vortrag wird von der gegenwärtig naturwissenschaftlich-technischen Orientierung der medizinischen Wissenschaft und ihrer Auswirkungen auf medizinische Praxis und Gesundheitswesen insgesamt sowie der eigentlichen Aufgabe der „Heilkunst“ ausgegangen.
Anhand der historischen Entwicklung der Konzeptionen der Medizin sowie der Gesundheitssysteme in gesellschaftspolitischem Kontext mit besonderem Bezug auf das 19. und 20. Jahrhundert - deren unbestreit-bare Erfolge, aber auch Pervertierungen.
Daraus folgernd die Meinung vertreten, dass gerade deshalb die Reflexion über die Medizin und ihr Selbstverständnis in Lehre und Forschung innerhalb der Medizin, insbesondere der ärztlichen Ausbildung zwecks Problembewusstseins und Fähigkeit zur kritischen Analyse sinnvoll und notwendig wäre.
Es wird aber auch der Wandel der Disziplin „Geschichte der Medizin“ zu einer analytisch-kritischen Wissenschaft und ihre Verbindung mit den Dimensionen „Theorie der Medizin“ und „medizinische Ethik“ gezeigt, die sich mehrfach aufeinander beziehen.
Von der Selbstverständlichkeit ausgehend, dass es sich bei dem „Querschnittsfach“ „Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin“ um ein multi- und interdiziplinäres Fach handelt und die Einbeziehung der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Theologie und Rechtswissenschaften notwendig wäre. Die Thematik den Vertretern dieser Disziplinen aber keinesfalls allein überlassen werden kann, sondern letztlich Anliegen der Medizin im Sinne der Reflexion und besonders der ärztlichen Ausbildung sein muss.

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